Ich liebte meine Eltern (Hellmuth und Elisabeth Siegmund-Schultze) - und liebe meine Schwester.
Diese Website ist eine Hommage auch an meine Mutter (externe Website, sehr interessant).
Meine Mutter, Elisabeth Siegmund-Schultze, geborene Eike, (* 10. 11. 1929, † 30. 03. 2020) glaubte an Jesus und erlebte, dass das Leben für sie nicht leicht werden würde. Mein Vater (* 9. 7. 1928, † 6. 9. 2005) glaubte auch an Jesus.
Hier ist ein ganz kleiner Teil des wirklich facettenreichen Lebens meiner Mutter beschrieben. Sie war eine Frau, die fast immer von ihren eigenen Bedürfnissen wegsehen musste und auch
konnte, und wollte. Schon allein deswegen, weil ihr Ehemann gelähmt war. Mein Vater war ein jesusgläubiger Mann, wie meine Mutter.
Während der Beerdigung am 6. April 2020 sagte der Pastor: "Elisabeth war verheiratet mit Hellmuth, ihrem Mann. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Elisabeth hat das gelebt, was in der Bibel steht: Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen."
Sie war eine immer aktive Frau und Mutter. Sie arbeitete in Hannover eine gewisse Zeitlang im Krankenhaus und anderswo, damit wir alle genug zu essen hatten. Auch mein Vater arbeitete fleißig.
Meine Mutter war eine wunderbare, sehr begabte Gartenarchitektin. Das war ihre Gabe, wie eine Berufung im Sinne von Beruf. Sie hat in ihrem Leben zwei Gärten ganz "vom schwarzen Boden an" angelegt. Das Ergebnis kann man auf Fotos anschauen - und das kann sich sehen lassen!
Wir wohnten als Familie zuerst in Hannover und später dann in Ostfriesland, in Leer, im wirklich schönen Ortsteil Loga im Osten von Leer. Meine Schwester wohnte schon in Bochum.
Meine Mutter konzipierte zuerst in Hannover-Heidering einen schönen Garten; und dieser gehörte zu einem Haus, das sie und ihr Mann für uns günstig erworben hatten. Meine Mutter erzählte gern, dass alles damals 5000 DM gekostet hatte. So ganz ähnlich geschah es später auch in Leer (Ostfriesland), wo es ihr gelang, einen weiteren Garten zu entwerfen. Zu jener späteren Zeit waren meine Schwester und ich aber schon aus dem Haus. Um zu meinen Eltern zu gelangen, ging ich über die Mozart- und die Händel- zur Brahmsstraße, was jetzt noch "Programm" ist.
Meine Mutter nahm immer sehr selbstverständlich Kontakt zu Menschen auf, die Hilfe brauchten. Auch Flüchtlinge besuchten wir 2015 gemeinsam, wie "Kefzer". Das Beste, was meine Mutter gemacht hat: Sie begleitete alte Menschen zu Jesus! Das war schon etwas Besonderes in meinen Augen. Es ging dabei um alte oder sehr alte Menschen, die zunächst keine Ruhe fanden und nicht sterben konnten, im Logaer Altenheim. Später, als der richtige Zeitpunkt gekommen war, kam Elisabeth zu ihnen und zeigte ihnen den Weg zu Jesus! (Link)
Die nächsten zwei Überschriften sind chronologisch nicht richtig sortiert. Die Zeit meiner Mutter in Hannover war von 1956 bis 1997; die Zeit in Leer war später dann, nämlich von 1998 bis 2020.
Hier unten ist der Garten in der Brahmsstraße in Leer zu sehen:
Eine gartenarchitektonisch vorbelastete und kundige Frau sagte einmal zu meiner Mutter im Anblick dieses Gartens: "Sagen Sie mir doch: Welcher Gartenarchitekt hat diesen schönen Garten entworfen?" - Sie, ganz schön selbstbewusst: "Das war ich selbst."
Meine Mutter hatte eine bewundernswerte Hingabe an Gott - und genauso einen Idealismus.
Sie heiratete meinen Vater, obwohl er schon 1948 an Polio erkrankt und daher gelähmt war. Meine Mutter hatte auch deswegen ein wirklich arbeitsreiches Leben, weil sie als Ehefrau, Hausfrau, Mutter und dann noch handwerklich und organisatorisch unterwegs war. Später hatte Vati das "Post-Polio-Syndrom".
Zwei Beispiele aus dem Alltag: Sie schob häufig das motorisierte Fahrzeug an, in dem mein Vater saß. Das eine benzingetriebene Fahrzeug meines Vaters musste man anschieben, damit es fuhr, 1969 - 1978 etwa. Zweitens und noch schwerer war das Heben und Hinübertragen des gelähmten Mannes ins Auto, was meine Mutter eine Zeitlang notwendig tun musste!
Ein weiteres Beispiel, was sie alles machte: Meine Mutter war 1956 mit mir (Stefan) schwanger. Die Mutter meines Vaters war bei uns, weil sie uns oft, oft half. Mutti musste einmal gerade das Dach reparieren, weil es Sturm gegeben hatte, und stand oben auf dem Dach, um einige Ziegel an Ort und Stelle zu rücken. Meine Großmutter sagte von unten: "Metti, pass auf mein Enkelkind auf!" - Mutti sagte mir später ein bisschen bitter vielleicht: "Ich war ihr nicht so wichtig. Hauptsache, ihrem Enkelkind passiert nichts." - Die Ablehnungsbrille ist immer präsent.
Ihr Hausarzt in Hannover sagte zu ihr: "Wenn Sie nicht alle 5 Jahre zur Kur gehen, gebe ich keinen Pfifferling für Sie." - So ernst war die Situation; und so ging sie auch ab und zu in eine Kur. Bad Salzdetfurth war einer der Kurorte, wo sie sich erholte.
